Jihadisten-Prozess: „Selbst für den IS zu radikal“

Schon 2014 geriet Österreich in die internationalen Schlagzeilen. Razzien gegen ein jihadistisches Netzwerk fanden in Wien, Linz und auch in Graz statt. Seit damals gab es einige Prozesse am Straflandesgericht, unweit der Kleine Zeitung-Redaktion. Gerichtsreporter Alfred Lobnik hat diese verfolgt und gibt im Gespräch mit David Knes Einblick in die Welt der Jihadisten in Österreich und in die teils skurrilen Ereignisse vor Gericht. Etwa über einen Angeklagten, der zu islamistischen Kampfliedern befragt wurde, die er gesungen hat. Darin träumt er von einem islamistischen Staat zwischen Mekka, Medina und Graz.

Thematisiert werden auch interessante rechtliche Hintergründe, wie der Paragraf der staatsfeindlichen Verbindung, der ja auch eine wichtige Rolle im Prozess um die Staatsverweigerer spielte. Der Podcast liefert zudem Einblicke zu weiteren Fragen, etwa über die Größe der Szene, wie ganze Familien radikalisiert wurden, warum so viele Prozesse in Graz stattfinden, oder wie extrem die Ideologie der Angeklagten teilweise ist: „Prominente Vertreter dieser Ideologie waren sogar dem IS zu radikal und wurden hingerichtet – weil sie zu grausam waren.“