Monat: Dezember 2018

Der Staatsverweigerer-Prozess

Schon der Auftakt zum Staatsverweigerer-Prozess in Graz Mitte Oktober lieferte der Öffentlichkeit einen exemplarischen Einblick in die Welt derer, die die Republik mit der Begründung „Österreich ist eine Firma“ ablehnen. Wie erklärt diese Ideologie ihre von jedem vernünftigem Rechtsverständnis abweichenden Ansichten? Warum widmet man diesem Phänomen einen so kostspieligen Prozess und so viel Mediale Aufmerksamkeit? Und sind Justiz und Behörden für dieses relativ neue Phänomen gewappnet?

„Bisher hatte man ja gedacht, dass Hochverrat so etwas wie totes Recht ist. Aber es ist natürlich gültig und hochaktuell.“

Gerichtsreporter Alfred Lobnik, hat den bisherigen Prozess verfolgt und erzählt im Gespräch mit David Knes von den chaotischen Zuständen innerhalb der Staatsverweigerer, den Eigenheiten dieser wirklich außergewöhnlichen Verhandlung und seiner Bedeutung für Österreich als Rechtsstaat.

Reininghaus: Wie ein Stadtteil vom Reißbrett wirklich lebenswert werden soll

52 Hektar groß und nur 1,8 Kilometer von der Altstadt entfernt, entsteht in Reininghaus ein neuer Stadtteil. Die Fläche, die derzeit noch von den alten Brauereigebäuden dominiert wird, bietet dann Wohnraum für 12.000 Menschen. Moderne Wohnbauten und Hochhäuser werden das Stadtbild prägen, auch über 8.000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Politik und Investoren versprechen einen modernen Stadtteil mit höchster Lebensqualität. Dass hübsche Architektur dafür nicht ausreicht, versteht sich (fast) von selbst. Doch wie bringt man richtiges Leben in einen neu gebauten Stadtteil dieser Dimension? Wie kann bei 12.000 „zusammengewürfelten“ Menschen ein Nachbarschaftsgefühl entstehen? Decken sich die Interessen der Anleger mit den öffentlichen? Wie hängt eine Abstimmung von 2012 mit dieser Sache zusammen?

Dass der Flair eines Stadtteils nicht von oben diktiert werden kann, sonder am besten „bottom-up“ stattfindet, hat die Kulturmanagerin und Stadtteilaktivistin Maria Reiner mit zahlreichen Projekten im Grazer Annenviertel gezeigt. Der Architekt Andreas Goritschnig arbeitet mit dem open.lab Reinighaus seit 2015 an der Belebung des Areals und übernimmt nun für zwei Jahre das Quartiersmanagement.

Im Gespräch mit David Knes erklären die beiden ihre Sicht der Dinge und erörtern, wie man mit einer Chance, wie sie eine Stadt nur selten bekommt, umgehen sollte.