david knes

Extremismus: Ein Grazer Problem?

Von rechts- über linksextrem bis hin zu salafistischen Bewegungen: auch in Graz gibt es Gruppen extremistischer oder radikaler Ausprägung. Und zwar nicht erst seit gestern. In dieser Folge erfahren wir, warum Graz schon im 19. Jh einen guten Boden für das Aufkeimen radikaler Bewegungen bot. Wir besprechen, wie es um einzelne Szenen steht, wie Prävention funktioniert und wo die die Gefahren für unsere offene Zivilgesellschaft lauern. Der Historiker Dieter Binder und Chefinspektor Werner Miedl im Gespräch mit David Knes.

Verbrechen: Vom Betrugsverdacht zum Doppelmord

Der langjährige Kriminalreporter Hans Breitegger lässt im Gespräch mit David Knes seinen ersten großen Fall Revue passieren. Kindberg, Dezember 1978. Es sollte eine Verhaftung aufgrund eines Betrugsverdachts werden. Rupert Trojacek war aber wegen einem viel schwereren Verbrechen auf der Flucht vor der Justiz, weshalb er unter falschem Namen in Kindberg wohnte. Ein Kollege, der Opfer einer seiner Betrügereien wurde, kam ihm aber auf die Schliche und ging zur Gendarmerie. Als die Beamten bei ihm auftauchten, eskalierte die Lage völlig.

Radfahren in Graz

Fühlen Sie sich wohl und sicher, wenn Sie durch die Stadt radeln? Ist es effizient? Wie kann ein gutes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer funktionieren? Wo funktioniert es nicht? Von welchen Städten kann sich Graz etwas abschauen und wird genug gemacht für Radfahrer? Werden Autofahrer benachteiligt? Verkehrsstadträtin Elke Kahr und „Bikecitizens“-Chef und Fahrradbote Daniel Kofler sind in unsere Redaktion geradelt, um diese und viele weitere Fragen mit Graz-Redakteurin Verena Schaupp zu diskutieren.

Graz, Stadt der Kärntner

Zu hören sind sie an fast allen Grazer Ecken; besonders nahe der Uni: Junge Menschen, die auf kärntnerisch „ratschen“. Mit Kärntner Einschlag diskutieren wir diesmal auch in Graz – Laut gedacht: Warum ziehen so viele junge Menschen vom Wörthersee an die Mur, was heißt das für Kärnten und was für Graz? Und wie könnte die Fertigstellung des Koralmtunnels die Weichen ganz neu stellen? Über diese Fragen spricht Kleine-Redakteur Thomas Macher mit der Wissenschafterin Sylvia Leitner und dem Musiker und Start-up-Gründer Thomas Hlatky, der aus Klagenfurt kommt und nun in Graz lebt.

Friedrich Felzmann – Die Hintergründe des Doppelmordes und der spektakulären Flucht

Herbst 2017: Ein jahrelanger Nachbarschaftsstreit soll mit einem klärenden Gespräch beigelegt werden. Plötzlich fallen Schüsse aus einem Hinterhalt, zwei Menschen sterben. Der mutmaßliche Täter steht schnell fest: Friedrich Felzmann. Die sofort eingeleitete Fahndung verläuft erfolglos – bis heute.

Knapp eineinhalb Jahre nach der Tat weiß man einiges über dann Fall, die große Frage nach dem Verbleib des mutmaßlichen Mörders ist allerdings noch immer unbeantwortet. Kriminalreporter Hans Breitegger erzählt im Gespräch mit David Knes im der 13. Ausgabe des Podcasts von den Hintergründen des Falles und was dafür und dagegen spricht, dass Felzmann noch lebt.

Tanzen, Trinken, Türsteher: Was sich beim Ausgehen in Graz (nicht) verändert hat

„Eine florierende Stadt braucht ein intaktes Nachtleben“, findet Rudi Lackner. Er weiß wovon er spricht, zählte er doch ab Ende der Siebziger zu den Club-Pionieren in Graz (Mahé und später Theatro (jetzt ppc), heute Cafe Kaiserfeld). Wer vom Ausgehen spricht, muss in Graz natürlich auch übers Univiertel sprechen. Nach turbulenten Diskussionen wurde es in den letzten Jahren etwas ruhiger um die Ausgehmeile. „Das Univiertel von damals gibt es heute so nicht mehr“, erzählt Wolfgang Nusshold, Chef des Kottulinsky und verrät, wie es dazu kam und was ein Lokal braucht, um zu funktionieren.

Dazu kommen Grazerinnen und Grazer zu Wort, erzählen was sie an ihren Lieblingslokalen schätzen und was die Stadt noch brauchen könnte. Außerdem erfährt ihr, was sich am Tanz- und Kleidungsverhalten verändert hat, was gleich bleiben wird, warum es nicht mehr so viele Lokale gibt, oder dass Graz im Vergleich zum Wiener Nachtleben gar nicht so schlecht dasteht… Moderation: David Knes

Augartenbucht: Eine Debatte über Kostenexplosion und Tempo

Jetzt hat es sich ausgespielt: Die große Holzbrücke im Augarten wurde abgetragen, um Platz zu schaffen für die geplante Augartenbucht. Die Diskussion rund um dieses Projekt ist zuletzt aus zwei Gründen wieder aufgeflammt: Der Rechnungshofbericht hat die Planung zur Bucht regelrecht zerpflückt, spricht von „unnötigem Zeitdruck“ und warnt vor Mehrkosten. Diese sind auch tatsächlich eingetreten: Noch bevor die Bucht ausgehoben ist, steigen die Kosten um mehr als 25 Prozent – von 2,7 Millionen Euro auf 3,2 . Graz-Redakteur Gerald Winter-Pölsler lud zur Diskussion im Rahmen von Graz – Laut gedacht.

FPÖ-Klubchef Armin Sippel argumentiert, dass mit der Bucht die Mur den Grazern zugänglich gemacht wird. Im jüngsten Gemeinderat hatte er die Mehrkosten verteidigt: Nur, weil „sich die Kosten ein bissl erhöhen“, solle man nicht so ein Theater machen. Im Podcast spricht er sich für eine Reform der Bürgerbeteiligung in Graz aus. „Da gibt es Nachholbedarf.“

Andrea Pavlovec-Meixner, Umweltsprecherin der Grünen entgegnet, dass viele, die sich seit der Idee des Murkraftwerkes intensiv mit der Mur auseinandergesetzt haben, mittlerweile „eine ganz große Verzweiflung“ spüren. ÖVP und FPÖ würden „drüberfahren“ über die Interessen der Leute. Sie ist daher dafür, das eher „starre“ Modell der Grazer Bürgerbeteiligung auf neue Beine zu stellen – und lehnt die Augartenbucht konsequent ab.

Die Bauarbeiten für die Bucht selbst haben noch nicht begonnen, weil nach wie vor die wasser- und naturschutzrechtliche Genehmigung fehlt.

Verbrechen: Eine Leiche ohne Gesicht und Namen

In unserem inzwischen dritten Kriminalpodcast erzählt der langjährige Kriminalreporter Hans Breitegger im Gespräch mit David Knes von den Hintergründen des unglaublichen Falles der Olga TarkivskaNeben der Autobahn fand man die verkohlte Leiche, ihre Identität sollte sieben Jahre lang ungeklärt bleiben. In den Zeitraum fällt eine mysteriöse Reihe von weiteren Frauenmorden in Österreich. 2012 dann der Durchbruch bei den Ermittlungen. Man wusste nun, wer das Opfer ist und hatte auch Hinweise auf einen Verdächtigen für die schreckliche Bluttat. Doch dieser wurde bis heute nie befragt…

Der Staatsverweigerer-Prozess

Schon der Auftakt zum Staatsverweigerer-Prozess in Graz Mitte Oktober lieferte der Öffentlichkeit einen exemplarischen Einblick in die Welt derer, die die Republik mit der Begründung „Österreich ist eine Firma“ ablehnen. Wie erklärt diese Ideologie ihre von jedem vernünftigem Rechtsverständnis abweichenden Ansichten? Warum widmet man diesem Phänomen einen so kostspieligen Prozess und so viel Mediale Aufmerksamkeit? Und sind Justiz und Behörden für dieses relativ neue Phänomen gewappnet?

„Bisher hatte man ja gedacht, dass Hochverrat so etwas wie totes Recht ist. Aber es ist natürlich gültig und hochaktuell.“

Gerichtsreporter Alfred Lobnik, hat den bisherigen Prozess verfolgt und erzählt im Gespräch mit David Knes von den chaotischen Zuständen innerhalb der Staatsverweigerer, den Eigenheiten dieser wirklich außergewöhnlichen Verhandlung und seiner Bedeutung für Österreich als Rechtsstaat.

Reininghaus: Wie ein Stadtteil vom Reißbrett wirklich lebenswert werden soll

52 Hektar groß und nur 1,8 Kilometer von der Altstadt entfernt, entsteht in Reininghaus ein neuer Stadtteil. Die Fläche, die derzeit noch von den alten Brauereigebäuden dominiert wird, bietet dann Wohnraum für 12.000 Menschen. Moderne Wohnbauten und Hochhäuser werden das Stadtbild prägen, auch über 8.000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Politik und Investoren versprechen einen modernen Stadtteil mit höchster Lebensqualität. Dass hübsche Architektur dafür nicht ausreicht, versteht sich (fast) von selbst. Doch wie bringt man richtiges Leben in einen neu gebauten Stadtteil dieser Dimension? Wie kann bei 12.000 „zusammengewürfelten“ Menschen ein Nachbarschaftsgefühl entstehen? Decken sich die Interessen der Anleger mit den öffentlichen? Wie hängt eine Abstimmung von 2012 mit dieser Sache zusammen?

Dass der Flair eines Stadtteils nicht von oben diktiert werden kann, sonder am besten „bottom-up“ stattfindet, hat die Kulturmanagerin und Stadtteilaktivistin Maria Reiner mit zahlreichen Projekten im Grazer Annenviertel gezeigt. Der Architekt Andreas Goritschnig arbeitet mit dem open.lab Reinighaus seit 2015 an der Belebung des Areals und übernimmt nun für zwei Jahre das Quartiersmanagement.

Im Gespräch mit David Knes erklären die beiden ihre Sicht der Dinge und erörtern, wie man mit einer Chance, wie sie eine Stadt nur selten bekommt, umgehen sollte.