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Leerstand, Bauwut, Wohnungspreise: Alexander Pongratz über die Baubranche in Graz

Die Bauwut ist eines der heißen Eisen in Graz. Graz-Ressortchef Bernd Hecke hat den Innungsmeister der Baubranche Alexander Pongratz zum Gespräch eingeladen: Über Reininghaus und Co, den Leerstand, die hohen Wohnungspreise und den Altstadtschutz, und die fragliche Schutzwürdigkeit von Kommod- bis Girardihaus.

Ragnitzer Biobauern: „Warum wir trotz allem Stadtbauern sind“

Der Aschacherhof vis-à-vis des Berliner Rings in der Ragnitz ist Attraktion und Feinkostladen. Florian und Sandra Aschacher haben die Landwirtschaft mit 25 Hektar Grund, sieben Hektar Wald, 30 Milchkühen und 300 Hühnern 2014 übernommen und in einen Biobetrieb mit Hofladen verwandelt. Zwischen Supermärkten biegen Anrainer hierher ab, um Milch, Eier und vieles mehr zu kaufen. Das Ehepaar erfüllt auch einen Bildungsauftrag: Stadtkinder sehen Kühe weiden und lernen, dass die Wiederkäuer Hörner tragen.

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Das große Bauernsterben

Ja, so ein Paar ist fast schon eine Rarität im Land, in der Landeshauptstadt. Graz ist zwar größte Bauerngemeinde des Landes, doch grassiert auch hier das Landwirtesterben. Gab es 1999 noch 508 Betriebe, waren es 2010 nur noch 356, Tendenz sinkend. Die Dekadenzahl für 2020 wird erst ausgewertet.

In unserem Podcast „Graz laut gedacht“ geben uns die Aschacher Einblick in ihr Leben und eine Ahnung davon, warum immer weniger junge Menschen Höfe noch übernehmen. So ein Betrieb binde einen komplett. „Es ist Jahre her, dass wir gemeinsam auf Urlaub waren“, erzählt Sandra. Ein Elternteil fährt mit den beiden Töchtern ein paar Tage weg, der andere bleibt am Hof. „Als ich den Hof übernommen habe, war mir das klar. Das Ziel war, dass wir 2021/22 wieder gemeinsam auf Urlaub fahren. Schauen wir einmal.“ Wohin es dann ginge: Wohl nach Kroatien ans Meer.

Ohne Hofladen keine Chance

Der Lohn für die harte Arbeit? Der Preisdruck sei enorm, erzählt der Biobauer: „Es ist so, dass der Handel kalkuliert, wie viel Hühner wir halten, wie viel die Arbeit kostet, das Futter – und dann den Preis fürs Ei festsetzt.“ Ohne den Direktvertrieb könne man die Existenz so eines relativ kleinen Hofs nicht sichern, sagen die Aschachers und geben Einblick ins Geschäft.

50 Cent oder 1 Euro pro Liter Bio-Rohmilch

Sie verkaufen zehn Bio-Freilandeier verpackt aus dem Automaten rund um die Uhr um 3,50 Euro. Liefern sie an den Handel, gibt es dafür zwei Euro. Für einen Liter Bio-Rohmilch verlangen sie ab Hof einen Euro, liefern sie diese ab, erhalten sie gerade einmal die Hälfte.

Das Schöne am Bauersein

Trotz Ärgers über „zu viele Hunde“ auf den Weiden, mangelnden Respekt vor ihrem Eigentum, dem Wahnsinn des Flächenfraßes, der in Graz und Umgebung fruchtbarste Böden verschlingt, sehen sie auch die schönen Seite am Bauersein: „Jeden Abend habe ich das Gefühl, etwas Sinnvolles getan und wertvolle Nahrungsmittel produziert zu haben. Wir als Familie können uns ohne jeden Supermarkt selbst versorgen“, sagt Sandra. Und Florian liebt es, Tiere zu halten, sie morgens im Stall zu begrüßen, die Felder zu bestellen und nach einem Jahr harter Arbeit die Ernte einzufahren: „Ich wollte schon als Kind Bauer werden und fühlte die Verpflichtung diesen Hof zu übernehmen, was keiner aus der Familie tun wollte.“ Ob es ihn sonst heute noch in dieser Form gäbe? „Ich weiß es nicht!“

Aiola-Chef Schwarz: „Die Murinsel würde ich nicht mehr angreifen!“

Am Anfang war der Würstlstand Oh My Dog des Studenten. Jetzt sind es dann mit dem Aiola-Living-Hotel, dem Aiola-Living-Store und dem Moin, das bald aufs Eckstein folgt, schon ein Dutzend Betriebe, denen sie ihren Stempel aufdrücken.

Judith und Gerald Schwarz ist das kongeniale Duo hinter der Aiola-Familie. In „Graz – Laut gedacht“, dem Podcast der Kleinen Zeitung, erzählen die beiden von den Anfängen mit Würstlstand und Café, ihrer Leidenschaft für die Gastronomie, die Philosophie ihrer Aiola-Familie und welche internationalen Betriebe – etwa das Hotel Costes in Paris – sie am meisten beeindrucken.

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„Die Murinsel würde ich nie mehr angreifen“

Zwei ihrer Aiola-Häuser sind ja auch schon Geschichte. Judith und Gerald Schwarz erzählen im Gespräch auch, warum er das Aiola City am Mehlplatz, das für ihn das perfekt gelungene Lokal war, hinter sich gelassen hat. Und warum die Murinsel unter ihrer Führung zwar „schon funktioniert hat“, aber sie trotzdem schnell wieder weg waren. Auf die Frage, ob die Insel eigentlich noch zu retten sei, sagt Gerald Schwarz: „Sie hat immer noch ein Mega-Potenzial.“ Allein das Amphitheater böte eine Riesenchance. Aber er würde „sie sicher nicht mehr angreifen“.

Beim Thalersee winkt Schwarz ab

Immer noch ein Traum bleibt freilich, auch ein Lokal am Wasser zu führen, „aber an einem schönen Wasser, also nicht bei der Mur oder am Thalersee …“, räumt der Betriebswirt gleich einmal mit Spekulationen auf, Aiola könnte Appetit auf das neue Restaurant beim Thalersee verspüren.

Was sie sonst noch so verraten?

Warum sie eine Rooftop-Bar in Graz, aber nicht in Reininghaus reizt.

Wo sie ihre zweite Heimat haben.

Warum Judith Geralds „Schunko“ ist.

Wieso sie glauben, dass in der Innenstadt bald nur noch Gastro ist.

 

Als Pucher 1000 Euro Prämie für den Bettler-Mercedes auslobte – Wolfgang Pucher ganz persönlich

Kaum ein Obdachloser in Graz, den er nicht beim Namen kennt, um den er sich nicht schon persönlich gekümmert hat. Seit Jahrzehnten setzt sich Pfarrer Wolfgang Pucher für die Ärmsten ein. Kompromisslos, engagiert und wenn nötig – das haben auch schon zahlreiche Politiker zu spüren bekommen – mit einer gehörigen Portion Zorn.

Seine streitbare Stimme hat den gesellschaftspolitischen Diskurs nicht nur in der Stadt, sondern in ganz Österreich mitgeprägt: Vom Umgang mit den Flüchtlingen des Jugoslawienkriegs Anfang der 1990er-Jahre, über die Diskussion um das Bettelverbot bis hin zu ganz aktuellen und brennenden Themen.

Kurz vor seinem 82. Geburtstag lässt er sein Leben und sein Wirken als Geistlicher und als Mensch mit Schwächen und Fehlern in einem sehr persönlichem Gespräch mit Graz-Ressortchef Bernd Hecke Revue passieren.

Zweifel, Zorn und Zölibat

Pucher erzählt von bestimmenden Momenten seines Lebens: Als er sich als Zehnjähriger entschied, Pfarrer zu werden, von jenem Erlebnis, das ihn dazu bewog, den Weg der Armenfürsorge zu gehen und als er seinen „Kampfgeist erweckte“. Von einer Krise, als fast alles zusammenbrach, wie er mit seiner depressiven Ader umgeht und warum er trotz seines Gottvertrauens dem Tod nicht gelassen entgegen sehen kann.

Der Bettler-Mercedes und die Mafia

Der Gottesmann erzählt aber auch davon, wie er 1000 Euro Prämie ausgelobt hat, für den der ihm den Beweis für berüchtigten Bettler-Mercedes bringt, als in der politischen Debatte die Gerüchte von den Roma-Paten der Bettler-Mafia kursierten. Und Pucher weiß um große Roma-Familien, die sich das Erbettelte aufteilen, aber eine Mafia, einen der in Graz abends abkassiert, habe er nie beobachtet.

Im Podcast werden auch aktuelle Themen besprochen. Pucher erklärt, warum ihn der Satz „das Boot ist voll“ entsetzt, warum er es für notwendig und unvermeidbar hält, dass Priesteramtsanwärter sich für Familien entscheiden können.

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„Niemals einen Plan B haben“: Markus „Max“ Bieder – ganz persönlich

Max Bieder ist der Mastermind hinter der Formation Alle Achtung. Ihr Sommerhit im Corona-Jahr 2020 „Marie“ ist ein Ohrwurm wie er im Buche steht und hätte wohl auch auf den Skihütten für Stimmung und den entsprechenden Mitgröhl-Faktor gesorgt – wäre da nicht eh schon wissen gekommen.

Graz-Redakteur Bernd Hecke spricht mit Max darüber, warum ein Hit wie Marie kein Zufall ist und warum die eigentliche Arbeit erst nach dem fertigen Song losgeht. Er spricht über seine Zeit als Mitglied der Three-Monkeys-Hausband im Univiertel, Erfolge und Misserfolge, Geld und Wegbegleiter, was Gerda Rogers mit alldem zu tun oder nicht zu tun hat und warum ein „Plan B“ für ihn nie in Frage kam.

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Ganz persönlich – Lisa Rücker: „Bin ausgestiegen bevor ich zynisch wurde“

Ganz persönlich: In der neuen Reihe unseres Podcasts sind Personen zu Gast, über die man in Graz spricht. Diesmal redet Graz-Ressortchef Bernd Hecke mit Ex-Vizebürgermeisterin Lisa Rücker zwar nicht über Gott und die Welt, aber über Nagl und die U-Bahn, worauf sie stolz und was sie anders machen würde. Rücker erklärt wie privat Politik und wie politisch Privates für sie ist und gibt auf die Frage, ob sie sich eine Rückkehr ins Rathaus vorstellen kann, eine überraschende Antwort.

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Warum braucht Graz eine Metro?

Nach längere Pause ist Graz – Laut gedacht zurück! Und: Es wird wieder mehr Podcasts aus der Stadt geben. Den Anfang macht ein Thema, dass derzeit die Schlagzeilen dominiert und heftig diskutiert wird. Die Idee, eine U-Bahn in Graz zu bauen. Die Stadt und die Holding Graz haben eine Studie über die Machbarkeit der Mini-Metro vorgelegt. Das Großprojekt soll etwa 3,3 Milliarden Euro kosten, Bauzeit rund zehn Jahre.

Bernd Hecke, Chef des Kleine Zeitung Graz-Ressort erklärt, was geplant ist, was das für Graz bedeuten würde und wie Experten darüber denken und warum trotz U-Bahn lieber auf das Fahrrad steigen würde. Im Anschluss spricht er mit Bürgermeister Siegfried Nagl (hier ist das Interview in Schriftform) ausführlich über „seine“ Metro.

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Gestaltung: David Knes

Graz, ein Touristenmagnet?

1.250.513 Nächtigungen zählte Graz im Jahr 2019 – ein Rekord. Bis 2023 soll sich diese Zahl um 350.000 erhöhen. Zugleich klagen Hoteliers über wenig Auslastung der Betten und Preisdruck durch ein immer größeres Angebot. Wie das alles zusammenhängt, erklärt Graz Tourismus-Chef Dieter Hardt-Stremayr im Gespräch mit Redakteur David Knes.

Der Bekanntheitsgrad ist der Stadt ist überschaubar – höflich formuliert„, meint Hardt-Stremayr, doch das ändere sich. Etwa auch durch die Zusammenarbeit mit Influencern und Bloggern. Der zunehmende Fremdenverkehr wirft aber auch viele Fragen auf: Was bedeutet er für die Stadt, ihre Bewohner, die Wirtschaft und die Besucher selbst? Warum „macht es verdächtig, wenn es kein Fünf-Sterne-Angebot“ gibt? Welche Rolle spielt AirB’n’B? Das alles und viel mehr erfahren Sie in der 29. Ausgabe unseres Podcasts.

Graz, Wien, Berlin – Wo spielt die Musik?

Graz hat eine vielfältige Musikszene. Dennoch verschlägt es viele Künstler in die Bundeshauptstadt. Warum ist das so? Spielt es eine Rolle, wo man welche Musik macht? Diese und viele weiteren Fragen besprechen Thomas Petritsch von der Grazer Band Granada und Pænda, die Österreich 2019 beim ESC vertrat. Im Podcast-Gespräch unterhalten sich die Musiker darüber, wie unterschiedlich das Publikum im deutschsprachigen Raum sein kann, das Verhältnis zwischen Zuhören und Tanzen und über welchen Grazer Bezirk man einen Hit schreiben könnte.

Petritsch berichtet von seinen ersten Auftritten in Graz und weiß, warum man weder Instagram, noch im Radio gespielt zu werden als junge Band überschätzen sollte. Er verrät, warum es so wichtig ist, Live zu spielen und man auch mal raus muss.

Das Glück nur in Graz zu suchen wäre fatal.

Anders als Granada, hat Pænda Graz verlassen. Sie erzählt, was sie bewogen hat nach Wien zu gehen und warum sich Popmusik so stark von Genres, in denen sie zuvor Erfahrungen gemacht hatte, unterscheidet. Zudem zieht sie Resümee über ihren ESC-Auftritt – wo er ihrer Karriere geholfen hat und wo er Schwierigkeiten bereitet.

Der negative Stempel vom Songcontest ist mir dann bei Konzerten entgegengeschwappt. Da gab es einen Unterschied zu vorher und danach.

Weiters sprechen die beiden darüber, welche Lokale sie in Graz schätzen, was sie jungen Musikern raten und, wann es mit dem Publikum leicht oder schwierig ist, von ihren musikalischen Geheimtipps und vielem mehr.

Im Podcast kam die „Best of Graz„-Playlist von Futter zur Sprache: Hier finden Sie eine Auswahl an Musik aus Graz. 

Ein harter Job: Der Alltag der Fahrradboten

Heute kann es regnen, stürmen oder schneien: Sie schwingen sich trotzdem auf’s Rad, es ist ihr Job. Anna Kofler ist eine von zwei Frauen, die diesen Beruf in Graz ausüben und Jonathan Stallegger hat einen Essenszustelldienst gegründet und tritt dort nach wie vor in die Pedale.

Die beiden erzählen von den spannenden Aspekten der Branche: Über Verkehrsregeln, Radwege, Gefahren, die umstrittene Rolle der E-Bikes und vieles mehr. In der 27. von Graz – Laut gedacht erfährt ihr, was den Alltag der Boten ausmacht, wie die Branche funktioniert, und dass ein Grazer Bote überraschend viele Kilometer zurücklegen kann. Im Fall von Anna Kofler nicht nur beim Job, sie radelt „nebenbei“ auch Ausdauerrennen und legt damit zusätzlich 20.000 Kilometer pro Jahr zurück.

Jonathan Stallegger hat 2016 Velofood gegründet und liefert mit seinem Team inzwischen etwa 300 Bestellungen pro Tag aus. Er erzählt von einer stark wachsenden Branche, wie die Situation mit der Konkurrenz ist, was er am Radfahren in Graz schätzt und wo der Schuh bzw. das Pedal drückt. Mit David Knes