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Graz, Wien, Berlin – Wo spielt die Musik?

Graz hat eine vielfältige Musikszene. Dennoch verschlägt es viele Künstler in die Bundeshauptstadt. Warum ist das so? Spielt es eine Rolle, wo man welche Musik macht? Diese und viele weiteren Fragen besprechen Thomas Petritsch von der Grazer Band Granada und Pænda, die Österreich 2019 beim ESC vertrat. Im Podcast-Gespräch unterhalten sich die Musiker darüber, wie unterschiedlich das Publikum im deutschsprachigen Raum sein kann, das Verhältnis zwischen Zuhören und Tanzen und über welchen Grazer Bezirk man einen Hit schreiben könnte.

Petritsch berichtet von seinen ersten Auftritten in Graz und weiß, warum man weder Instagram, noch im Radio gespielt zu werden als junge Band überschätzen sollte. Er verrät, warum es so wichtig ist, Live zu spielen und man auch mal raus muss.

Das Glück nur in Graz zu suchen wäre fatal.

Anders als Granada, hat Pænda Graz verlassen. Sie erzählt, was sie bewogen hat nach Wien zu gehen und warum sich Popmusik so stark von Genres, in denen sie zuvor Erfahrungen gemacht hatte, unterscheidet. Zudem zieht sie Resümee über ihren ESC-Auftritt – wo er ihrer Karriere geholfen hat und wo er Schwierigkeiten bereitet.

Der negative Stempel vom Songcontest ist mir dann bei Konzerten entgegengeschwappt. Da gab es einen Unterschied zu vorher und danach.

Weiters sprechen die beiden darüber, welche Lokale sie in Graz schätzen, was sie jungen Musikern raten und, wann es mit dem Publikum leicht oder schwierig ist, von ihren musikalischen Geheimtipps und vielem mehr.

Im Podcast kam die „Best of Graz„-Playlist von Futter zur Sprache: Hier finden Sie eine Auswahl an Musik aus Graz. 

Ein harter Job: Der Alltag der Fahrradboten

Heute kann es regnen, stürmen oder schneien: Sie schwingen sich trotzdem auf’s Rad, es ist ihr Job. Anna Kofler ist eine von zwei Frauen, die diesen Beruf in Graz ausüben und Jonathan Stallegger hat einen Essenszustelldienst gegründet und tritt dort nach wie vor in die Pedale.

Die beiden erzählen von den spannenden Aspekten der Branche: Über Verkehrsregeln, Radwege, Gefahren, die umstrittene Rolle der E-Bikes und vieles mehr. In der 27. von Graz – Laut gedacht erfährt ihr, was den Alltag der Boten ausmacht, wie die Branche funktioniert, und dass ein Grazer Bote überraschend viele Kilometer zurücklegen kann. Im Fall von Anna Kofler nicht nur beim Job, sie radelt „nebenbei“ auch Ausdauerrennen und legt damit zusätzlich 20.000 Kilometer pro Jahr zurück.

Jonathan Stallegger hat 2016 Velofood gegründet und liefert mit seinem Team inzwischen etwa 300 Bestellungen pro Tag aus. Er erzählt von einer stark wachsenden Branche, wie die Situation mit der Konkurrenz ist, was er am Radfahren in Graz schätzt und wo der Schuh bzw. das Pedal drückt. Mit David Knes

Drogen und Sucht: So tickt Graz

Drei Viertel der Drogendelikte in Graz stehen in Zusammenhang mit Cannabis. Aber auch härtere Drogen machen vor der Stadt nicht halt. Aufschluss über die konsumierten Substanzen gibt  eine Analyse des Abwassers und Polizeistatistiken, die Ulf Zeder (Leiter Referat für Sozialmedizin) kennt. Katja Körndl ist Drogenstreetworkerin und arbeitet mit vielen Suchtkranken. Mit David Knes sprechen die beiden darüber, welche Drogen die Runde machen, was eigentlich zur Sucht führt, wer betroffen ist und was dagegen getan bzw. nicht getan wird.

Jihadisten-Prozess: „Selbst für den IS zu radikal“

Schon 2014 geriet Österreich in die internationalen Schlagzeilen. Razzien gegen ein jihadistisches Netzwerk fanden in Wien, Linz und auch in Graz statt. Seit damals gab es einige Prozesse am Straflandesgericht, unweit der Kleine Zeitung-Redaktion. Gerichtsreporter Alfred Lobnik hat diese verfolgt und gibt im Gespräch mit David Knes Einblick in die Welt der Jihadisten in Österreich und in die teils skurrilen Ereignisse vor Gericht. Etwa über einen Angeklagten, der zu islamistischen Kampfliedern befragt wurde, die er gesungen hat. Darin träumt er von einem islamistischen Staat zwischen Mekka, Medina und Graz.

Thematisiert werden auch interessante rechtliche Hintergründe, wie der Paragraf der staatsfeindlichen Verbindung, der ja auch eine wichtige Rolle im Prozess um die Staatsverweigerer spielte. Der Podcast liefert zudem Einblicke zu weiteren Fragen, etwa über die Größe der Szene, wie ganze Familien radikalisiert wurden, warum so viele Prozesse in Graz stattfinden, oder wie extrem die Ideologie der Angeklagten teilweise ist: „Prominente Vertreter dieser Ideologie waren sogar dem IS zu radikal und wurden hingerichtet – weil sie zu grausam waren.“

Feinstaub: Wie steht es wirklich um Graz und unsere Gesundheit?

196 vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung pro Jahr. Das ist die auf Graz heruntergerechnete, schockierend hohe Zahl einer aktuellen Studie. Doch wie kommen solche Zahlen zustande? Was bedeuten sie tatsächlich für unsere Gesundheit?

Der außergewöhnlich warme Herbst beschert Graz derzeit großteils feinstaubarme Tage. Könnte man daraus schließen, dass sich der Klimawandel, was Grenzwertüberschreitungen betrifft, sogar positiv auswirkt? Das und viel mehr wird in der aktuellen Ausgabe von Graz – Laut gedacht besprochen.

Der Lungenarzt Horst Olschewski erklärt, warum es schwierig ist, Erkrankungen auf erhöhte Feinstaubwerte zurückzuführen. Warum er auch an Tagen mit erhöhten Feinstaubwerten zu Bewegung im Freien rät und wieso im Winter mehr gestorben wird. Thomas Pongratz (Referat Luftreinhaltung des Landes) spricht darüber, wie sich der Feinstaub zusammensetzt, wo er herkommt und was jeder tun kann, um zur Vermeidung beizutragen.

 

Rotlichtmilieu: Eine blutige Serie gibt bis heute Rätsel auf

Die unheimliche Serie nimmt ihren Anfang im November 1987 mit dem Verschwinden einer 31-jährigen Prostituierten. Ihre Spur verliert sich in einem Grazer Nachtlokal. Nur zwei Monate danach verschwindet eine weitere Prostituierte (damals 26) spurlos. Sie wurde zuletzt in der Elisabethinergasse gesehen. Beide Fälle konnten bis heute nicht geklärt werden. Anfang 1989 – also ein Jahr später wird eine „Geheimprostituierte“ von ihrem langjährigen Lebensgefährten erdrosselt aufgefunden. Der Mord konnte nie aufgeklärt werden. Wenige Monate später wieder Mordalarm: Im Oktober 1989 findet ein  Zuhälter seine Ehefrau – ebenfalls eine Prostituierte – erdrosselt auf. Abermals konnte keinem der Verdächtigen das Verbrechen nachgewiesen werden. 1994 fällt eine 40-Jährige Prostituierte einem grausamen Verbrechen zum Opfer: Sie weist 13 Messerstiche auf. Damit endet die blutige Serie an Kriminalfällen im Rotlichtmilieu, die Ermittlungen jedoch noch lange nicht.

Der langjährige Kriminalreporter Hans Breitegger spricht in dieser Folge von Graz – Laut gedacht mit David Knes über die spannenden Hintergründe zu diesen ungeklärten Fällen. Etwa, warum die Fälle nicht zusammenhängen dürften, was sie mit anderen Verbrechen in Verbindung bringt, wo es Ermittlungspannen gab und warum auch Jahre nach den Verbrechen noch Hoffnung auf deren Klärung besteht.

Sicherheit vs. Kontrolle: Was bringen die Schutzzonen in Graz?

Ursprünglich für sechs Monate geplant, wurden die Schutzzonen um Volksgarten und Metahofpark um weitere sechs Monate verlängert. Die Polizei spricht von einer erfolgreichen Aktion. Auch viele Anrainer geben an, sich sicherer zu fühlen. Doch es gibt auch Kritik: Streetworkern würde dadurch die Arbeit erschwert werden, es würden nicht nur Kriminelle angehalten und Probleme würden nur verdrängt.

Anna Robosch, SP-Gemeinderätin zählt zu den Kritikern. Ihre Antwort auf die „Verdrängungspolitik“ ist der Vorschlag einer vielseitigeren Bespielung des Parks. Der Einsatzkommandant Christian Kuntner ist vom Erfolg der Aktion überzeugt, wünscht zugleich aber mehr Feedback aus der Bevölkerung – vor allem negatives. Im Gespräch mit David Knes diskutieren die beiden über die Auswirkungen der Schutzzone, städtische Drogenproblematik und vieles mehr.

…Aber Mord verjährt nicht.

Hans Breitegger und David Knes sprechen über drei „Cold Cases“ in Graz. Bei zweien davon war es Mord, bei einem ist das nicht so sicher… Über mögliche Motive, Spuren, die im Sand verlaufen, handfeste Hinweise und eingestellte Ermittlungen.

1972: Heinz Kern, Tanzschulbesitzer bekam eine tödliche Brettljause zugeschickt. Über den Absender des Pakets und damit den Giftmörder, sowie über sein oder ihr Motiv, kann bis heute nur gemutmaßt werden. Auch nach Jahrzehnten – als sich die „Cold-Case-Gruppe“ des Bundeskriminalamts der Sache annahm – konnte der Fall nicht gelöst werden. Über Spuren, die sich in Luft aufgelöst haben und ein vielleicht verpasstes Geständnis.

1989: Die Künstlerin Helga Wieselmann sollte sich eigentlich mit einer Freundin auf einen Kaffee treffen, aber sie erscheint nie und bleibt bis heute verschwunden. War es ein Verbrechen? Wenn ja, steckt ihr Untermieter dahinter? Oder war ihr Verschwinden selbstverschuldet?

2015: Der Leiharbeiter Helmut G. wird erstochen in einem Haus am Kehlberg aufgefunden. Die Anfängliche Zuversicht der Kriminalisten weicht bald Resignation. Auch ein zur Tatzeit in der Nähe beobachteter Mann und Spuren ins Rotlichtmilieu führen ins Leere.

Katastrophen: Wie sich Graz wappnet und warum es an Problembewusstsein mangelt

Es ist ein schmaler Grat. Niemand soll verunsichert werden, dennoch will man auch warnen. Ein längeres Blackout, Schnee- oder Regenmassen oder gar eine Seuche – solche Ereignisse sind zwar sehr selten (und Österreich eines der sichersten Länder), dennoch können sie unsere Infrastruktur gefährden. Was das für die Bevölkerung heißt und wie sich die Behörden auf Epidemien, Explosionen und sonstige Szenarien vorbereiten, erzählen Wolfgang Hübel (Katastrophenschutzreferent Stadt Graz) und Harald Eitner (Abteilung Katastrophenschutz Steiermark) im Gespräch mit David Knes. Einige weitere Themen: Warum man überlegte, bei der Flüchtlingskrise Katastrophenalarm auszurufen, wieso es in Österreich kein flächendeckendes Warnsystem für Handys gibt und welche Herausforderungen der Klimawandel mit sich bringt. Darüber hinaus berichten die beiden Gäste von beruflichen Anekdoten, fehlendem Problembewusstsein und warum manche Gebiete besonders belastet sind.

Stadtklima: Es ist heißer in Graz, als es sein müsste

Hauptplatz, Jakominiplatz, Tummelplatz: Viele Grazerinnen und Grazer vermeiden die Innenstadt, wenn’s richtig heiß ist. Und richtig heiß wird es immer öfter. Die 40-Grad-Marke ist statistisch überfällig und dürfte in den nächsten ein, zwei Jahren fallen. So weit, so schlecht. Zum globalen Problem des Klimawandels kommen allerdings noch Altlasten aus Graz: Durch aufwendige Stadtklimaanalysen wurde festgestellt, dass zB die Hochhäuser in der Elisabethstraße oder am Griesplatz lokale Windsysteme, die eigentlich Abkühlung bringen würden, empfindlich stören. Dazu kommen Flächenversiegelungen und das Fehlen von Grünraum. Zugleich gibt es aber auch Ansätze, die in die richtige Richtung gehen und Ideen

In diesem Podcast sprechen der Stadtklimatologe Reinhold Lazar und die Humangeografin Anke Strüver mit David Knes darüber, was die Stadt tut und tun sollte, um sich gegen die steigenden Temperaturen zu wappnen. Einige der Themen sind:

  • Wie funktioniert das städtische Klimasystem, warum sind manche Bezirke im Mittel um bis zu zwei Grad wärmer als andere?
  • Welche Maßnahmen sind in Graz angedacht?
  • Wie wirken sich Veränderungen auf die Grazerinnen und Grazer aus?
  • Warum Grünflächen nicht nur als Mittel gegen die Hitze wichtig sind
  • Was funktioniert gut, wo braucht es Mut?