Verbrechen: Als eine Geiselnahme die Stadt in Atem hielt

Diese Ausgabe ist etwas anders als die vorherigen: Wir haben uns gedacht, zwischendurch über interessante Grazer Kriminalfälle zu sprechen. Den Anfang macht eine Geiselnahme.

Es waren wohl die 20 längsten Stunden im Leben der Geiseln und ihrer Angehörigen – so lange dauerte die Geiselnahme durch Josef Kis-Lukac, der frustriert und bewaffnet am Montag, dem 16. Juni 1980, kurz vor Mittag in eine Arztpraxis in der Grazer Annenstraße eindringt.

Der Arzt und ein Sanitäter können fliehen, die restlichen Geiseln bangen um ihr Leben. Der Täter zwingt eine junge Ordinationsgehilfin mit vorgehaltener Waffe, seine Forderungen nach außen zu kommunizieren. Konkret mit einer damaligen Redakteurin der Kleinen Zeitung, Helena Wallner. Stundenlang vermittelt Wallner mit der Ordinationsgehilfin zwischen Geiselnehmer, Zeitung und Polizei.

Hans Breitegger, Kriminalreporter der Kleinen Zeitung (inzwischen in Pension), berichtete damals in unmittelbarer Nähe des Tatortes von dem Verbrechen. Hier lässt er die dramatischen Stunden von damals Revue passieren. Breitegger erzählt darin nicht nur von von der Geiselnahme, sondern auch von Startproblemen des ersten Cobra-Einsatzes (die Spezialeinheit war kurz zuvor gegründet worden) und anderen spannenden Hintergründen.

Dieser Podcast ist übrigens das erste von zwei Gesprächen mit Hans Breitegger. Im nächsten Podcast erzählt er von einer folgenschweren Verwechslung: Ein Unschuldiger fällt dem Kampf zweier Unterweltbosse zum Opfer. Infolge werden nicht nur Justiz, sondern auch die Journalisten, die immer wieder unangenehme fragen stellen, immer mehr unter Druck gesetzt…

Den coolen Jingle, der unsere Episoden einleitet und beendet hat uns übrigens der Grazer Blockoland zur Verfügung gestellt, vielen Dank!